Tennis-YIPS und BISp-Forschungsprojekt

Seit 1990 beschäftigt mich das YIPS-Phänomen. Zu der Zeit studierte ich an der Deutschen Sporthochschule in Köln und während der Teilnahme an einem Tennis Grundkurs bemerkte ich eine ungewöhnliche Veränderung in meiner Spieltechnik: Beim Treffen des Balles fühlte sich mein Handgelenk völlig instabil an, und ich hatte plötzlich Schwierigkeiten meinen Vorhandschlag kontrolliert auszuführen. Die Probleme verunsicherten und frustrierten mich enorm und mein Spiel auf der Vorhandseite „brach“ zusammen. YIPS war damals für mich ein noch unbekanntes Problem.

Jahre später beschäftigte mich das YIPS-Phänomen auch im Golfsport. Inzwischen hatte ich die Ausbildung zum PGA Golflehrer absolviert und treffe seitdem als Trainer immer wieder auf Spielerinnen und Spieler, die von YIPS betroffen sind. Auch in meinem eigenen Spiel bemerkte ich die Problematik – zunächst beim Putten, dann beim Chippen sowie vor ein paar Jahren auch beim vollen Schwung insbesondere mit dem Driver.

Vor einigen Jahren habe ich begonnen, wieder häufiger Tennis zu spielen. Mein Wissen über Quiet Hands und YIPS sowie die Anwendung spezifischer Übungen in Verbindung mit der Reflexion meiner Vorhandtechnik (Griff) helfen mir, meinen Vorhandschlag umzulernen und das gestörte Bewegungsmuster in den Hintergrund zu drängen. Eine vergleichbare Entwicklung gelingt mir auch in meinem Golfspiel. Die Freude und Begeisterung für das eigene Spiel ist durch den systematischen Einsatz von Quiet Hands Übungen sowie einer veränderten Perspektive wieder zurückgekehrt!

Quiet Hands – für eine kontrollierte und erfolgreiche Bewegung
Kennen Sie das auch?

» Kurze Putts werden immer wieder knapp am Loch vorbei geputtet

» Häufig entstehen 3- oder sogar 4-Putts – Angst und Frust beim Putten

» Richtungs- und Dosierungsprobleme bei langen Putts

» Die Hände fühlen sich im Treffpunkt „wackelig“ an

» Fette oder dünne Kontakte beim Chippen

» Auffällige Streuung beim Abschlag (vor allem mit dem Driver)

» Das Handicap stagniert seit Jahren oder hat sich trotz Trainings verschlechtert

» Unsichere und stockende Bewegungen in anderen Sportarten oder Aktivitäten

Durch den systematischen Einsatz spezifischer Übungen verändert sich die Perspektive. Quiet Hands wird trainiert und das Auftreten von Yips kontrollierbarer. Die Hände machen während der Bewegung wieder das was sie machen sollen.

Beispiel für eine erfolgreiche Quiet Hands Übung beim Putten: Micro-Putt, d. h. putten Sie den Ball einhändig (nur mit der dominanten Hand) ca. 5-10 cm weit. Der Krafteinsatz muss sehr fein dosiert werden.

Die hieraus gewonnenen Erkenntnisse – verbunden mit meiner langjährigen Erfahrung als Golftrainer –  sind wertvolle Bausteine zur Analyse von YIPS und ebenso in der Anwendung erfolgreicher Interventionsmaßnahmen. Hierbei geht es nicht um ein standardisiertes Programm. Motorische Störungen können sich auf ganz unterschiedlichen Ebenen entwickeln. Ich betrachte immer den Einzelfall und stelle individuelle Lösungsansätze zur Verfügung.

Ich unterstütze und berate mit meinem Fachwissen betroffene Freizeit- und Leistungsgolfer sowie Athleten aus anderen Sportarten im „Kampf“ gegen YIPS. Ich helfe den Betroffenen, wieder Ihre Ziele zu erreichen. Es gibt viele persönliche YIPS-Geschichten zu erzählen…

Kontakt

Meine Vita

» Jahrgang 1968, geboren in Bochum

» Studium an der Deutschen Sporthochschule Köln zum Diplom-Sportlehrer (Profil: Freizeit –und Leistungssport, Schwerpunkte: Fußball, Tennis und Hockey)

» Promotion zum Doktor der Sportwissenschaft an der Deutschen Sporthochschule Köln, Psychologisches Institut, Prof. Dr. Dr. Markus Raab, Abt. Leistungspsychologie (hier klicken), Thema: Der YIPS – eine erlernte Störung motorischer Leistungsvollzüge? 

» 2013 – 2015 Durchführung des BISp-geförderten Projektes: Das Yips-Phänomen als „Leistungskiller“ im Spitzensport – Prävention und Rehabilitation am Beispiel des Putting-Yips in der olympischen Sportart Golf. Das zweijährige Forschungsprojekt wurde gefördert durch das Bundesinstitut für Sportwissenschaft (bisp.de).

» PGA Golf Masterprofessional (PGA of Germany), A-Trainer des DGV/DOSB

» Seit 1999 als PGA Golflehrer auf der Golfanlage Sankt Urbanus in Köln-Libur tätig

(s. Dr. Velte Golf) – mit umfangreichen Lehrangeboten (hier klicken)

» Life-Kinetik Trainer (life-kinetik.de)

» Mitglied der PGA of Germany und der PGA NRW

» Teilnahme an Weiterbildungsseminaren der PGA of Germany und des DGV u. a. in den Bereichen Ausbildung, Schlägerfitting, (Golf)-Psychologie, Golf und Gesundheit, Didaktik und Motorik

» Diverse Vorträge zum Thema YIPS: A-Trainer Ausbildung des deutschen Golfverbandes 2014-2019 in Köln, Arbeitsgemeinschaft Sportpsychologie (ASP) Tagung 2014 in München, SAM PuttLab User Conference 2014 in St. Leon-Rot, Putt-Konferenz 2017 in Frankfurt

» Buch: Bernd Paul Gerland; Der Yips – eine erlernte Störung motorischer Leistungsvollzüge? Phänomenanalyse und Interventionsmöglichkeiten am Beispiel des Putt-Yips im Golf, Sportverlag Strauß, Köln – 1 Aufl. 2015, ISBN 978-3-86884-531-0, Herausgeber: Bundesinstitut für Sportwissenschaft